
Andreas Gößling studierte Deutsche Literaturwissenschaft, Publizistik und Politikwissenschaft. Für seine Dissertation über Thomas Bernhards Romane erhielt er ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. (1984) erhielt er ein Postdoktorandenstipendium der Deutschen Forschungsgesellschaft für ein dreijähriges Forschungsprojekt über Robert Walsers Romane. Als Autor bekannt wurde Andreas Gößling mit seinen beiden Romanen über die Kultur der alten Maya, Die Maya-Priesterin (2001) und Im Tempel des Regengottes (2003), über die das ZDF für seine Reihe „RomanWelten“ an Originalschauplätzen der Romane den Dokumentarfilm „Die Rätsel der Maya. Eine Zeitreise nach Guatemala“ drehte. Charakteristisch für Gößlings Romane ist die Verbindung von historischer Genauigkeit und mythisch-phantastischen Einschlägen sowie von literarischer Komplexität und suggestivem Suspense. Gößling hat zahlreiche Forschungsreisen unternommen, hauptsächlich im lateinamerikanischen Raum. Auch der europäischen Geschichte und Mythologie hat der Autor sich in seinen Romanen mehrfach angenommen, vor allem in seinen großen Romanen Faust, der Magier (2007) und, für jugendliche Leser, OPUS (2 Bände, 2010). In seinen mythen- und kulturgeschichtlichen Sachbüchern hebt Gößling immer wieder die interkulturellen Gemeinsamkeiten von Archetypen, mythischen Gestalten und magischen oder religiösen Ritualen hervor, unter anderem in Drachenwelten (2003), einem groß angelegten Vergleich der Schöpfungsmythen verschiedenster Kulturen und Epochen. Andreas Gößling ist mit der Autorin und Übersetzerin Anne Löhr-Gößling verheiratet und lebt in Berlin, wo er auch MayaMedia Verlag und Agentur leitet.