
In einem revolutionären Kontext, in dem die Menschenrechte proklamiert werden, nicht aber die Rechte der Frauen, trifft Olympe de Gouges mit einem gewagten Text ins Schwarze. Sie greift die Grundsätze der „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ (1789) auf und passt sie an, um die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fordern. Ihr Text schockiert, fordert heraus und zwingt zum Nachdenken. Sie beleuchtet die Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen in der französischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts und prangert ihren Ausschluss von der Staatsbürgerschaft und den politischen Rechten an. Ihre Präambel und ihre 17 Artikel zeigen, dass Frauen als den Männern gleichwertig angesehen werden müssen, insbesondere in Bezug auf Freiheit, Eigentum und politische Teilhabe. Olympe de Gouges will einen radikalen Wandel herbeiführen. Sie will Frauen dazu inspirieren, ihre Rechte einzufordern, und Männer für Ungleichheiten sensibilisieren. In ihrem Text schlägt sie eine gerechtere Gesellschaft vor, in der Frauen die gleichen Rechte und Pflichten wie Männer ausüben können. Sie ermutigt Frauen, sich im Kampf für ihre Rechte zu engagieren. Ihr Text legt den Grundstein für den modernen Feminismus und beeinflusst die zukünftigen Kämpfe für Gleichberechtigung. Obwohl sie für ihr Engagement mit dem Leben bezahlen musste (sie wurde 1793 guillotiniert), bleibt ihre Botschaft ein starker Aufruf zur Emanzipation der Frauen. Dieser Text ist auch heute noch ein unverzichtbares Manifest des Feminismus und eine Erinnerung daran, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter ein immer noch aktueller Kampf ist.