
Mich in meine Entführer zu verlieben, ist nicht gerade originell. Das Einzige, was meinem Stockholm-Syndrom einen Hauch Besonderheit verleiht, ist die Tatsache, dass ich nicht weiß, für welchen der drei ich mich entscheiden soll. Habe ich überhaupt die Wahl? Dass die drei ziemlich kranke Spinner sind, steht außer Frage. Weder lassen sie mich in ihre Seelen sehen, noch sind sie von dem Plan abzubringen, meinen Vater töten zu wollen. Vielleicht sollte ich mir das öfter vor Augen halten. Schließlich ist unser Trip nach Argentinien keine bumsfidele Kaffeefahrt, sondern dient einzig dem Zweck, die Organisation meines Vaters auszuschalten. Dass ich das romantisch verkläre, sagt viel über meinen Geisteszustand.Jede Therapeutin würde mich dafür verurteilen – bis sie zumindest einen der drei nackt zu Gesicht bekommt.