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Man sagt, die Sünde findet dich, wenn deine Seele am reinsten ist. Ich wurde erzogen zu beten, zu gehorchen, unberührt zu bleiben. Zwanzig Jahre in katholischen Röcken und geflüsterten Ave Marias. iemals geküsst. Niemals geschändet. Niemals dazu bestimmt, dem Pfad eines Teufels im maßgeschneiderten Anzug zu kreuzen. Doch in der Nacht, als Vieri Tavano in mein Café trat, getränkt in Blut und Schweigen zerbrach meine Welt. Er nahm mich. Nicht aus Liebe. Nicht aus Lust. Als Pfand. Er schwor, er würde mich nicht anrühren… es sei denn, ich würde ihn darum anflehen. Und Gott steh mir bei, langsam tue ich es. Er ist kalt, grausam, aus Schatten gemeißelt—und doch sehe ich etwas in seinen Augen. Schmerz. Schuld. Ein düsteres Verlangen, welches er unter all dieser Macht zu begraben sucht. Doch da ist mehr. Eine Dunkelheit in ihm, die er vor allen versteckt—sogar vor seinem eigenen Blut. Er tötet Männer im Namen der Gerechtigkeit… Und zieht mich tiefer in seinen Krieg hinein. Ich sollte um Erlösung beten. Aber alles, was ich jetzt will, ist seine Hände auf mir zu spüren… Für einen Mann zu brennen, der mich mit einem Flüstern vernichten könnte. Das ist keine Erlösung. Es ist Verdammnis, in Seide und Schießpulver gehüllt. Und ich falle bereits.

