
Mein Alltag als Mann "Wahrscheinlich glaubt es mir niemand, lacht man mich aus, hält mich für blöd, ich erzähle die Sache trotzdem". Ungefähr so wie der Anfang dieser Geschichte mit dem lautmalerischen Titel "Quauteputzli" lautet auch das Motto von Axel Hackes gesammelten "Memoiren", den Lesern der Süddeutschen Zeitung schon länger bekannt. Wer ist dieser Axel Hacke, der all diesen alltäglichen Katastrophen trotzt, den partnerschaftliche Probleme, die eigenen Kinder, mangelnde Schönheit und fehlendes Selbstbewußtsein immer mal wieder an den Rand des Wahnsinns treiben? Nun, im wirklichen Leben ist Axel Hacke Journalist und ein Meister seines Fachs, dem Kolumnenschreiben. Worte sprudeln bei ihm gewissermaßen wie aus dem Wasserhahn, und zusammenzusetzen versteht er sie meisterhaft. Egal übrigens, ob der Ton dabei ironisch, humoristisch, melancholisch oder märchenhaft ist. Und auch ins Phantastische versteigt sich der Held gern: "Wenn ich meinen Taschenrechner ans Ohr halte, höre ich den murmelnden Gefangenenchor", beschreibt er die Qual der Zahlen, seit sie im Dienste der Menschheit rechnen. Schön aufgemacht mit Illustrationen von Thomas Matthäus Müller ist dieses Büchlein ein guter Seelentröster, der einem versichert, daß da draußen, gar nicht weit, Menschen ganz ähnlich unbedeutende Probleme und wahnwitzige Träume haben wie man selbst. —Bettina Albert
Author

Axel Hacke lebt als Schriftsteller und Kolumnist des Süddeutsche Zeitung Magazins in München. Berühmt ist seine Kolumne „Das Beste aus aller Welt", die er seit Jahrzehnten jede Woche darin veröffentlicht. Er gehört zu den bekanntesten Autoren Deutschlands, seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seine Arbeit wurde unter anderem mit dem Joseph-Roth-Preis, zwei Egon-Erwin-Kisch-Preisen, dem Theodor-Wolff-Preis und zuletzt dem Ben Witter-Preis 2019 ausgezeichnet. Foto von Thomas Dashuber