
Die neuen Gedichte des Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Lutz Seiler im felderlatein, das heißt: im Acker einer Sprache sein, ein Streifzug zugleich durch die Legende einer Landschaft, wie sie zu Ohren kommt, beim Gehen, im Flüstern, beim Schweigen. Lutz Seilers neue Gedichte, entstanden zwischen 2004 und 2010, unternehmen Expeditionen ins Grenzland rund um Berlin, mitten in den »satzbau dieser gegend«, die gezeichnet ist vom Wechsel der Zeit. Mit jedem Schritt auf diesem Weg erweist sich die musikalische Kraft der Gedichte – im felderlatein trifft Lutz Seiler den Ton für die ernsthaftesten Übertreibungen der Poesie: Für die wundersame Geschichte der »ersten zärtlichkeit«, geschehen zu einer Zeit, als die Schatten noch »kleine schwarze zahlungseinheiten« waren. Oder für die Odyssee der »fussinauten«, den Argonauten ebenbürtig an Treue und Beständigkeit. Und nicht zuletzt für die Geschichte der schönen, verstoßenen Aranka, die »aus den kniekehlen gesungen hat«. Legenden im felderlatein.
Author

Lutz Seiler grew up in the Langenberg district of Gera, Thuringia (former East Germany). After training as a skilled building construction worker, he worked as a bricklayer and carpenter. During his national service in the National People’s Army (NVA) of the DDR, he started to take an interest in literature and wrote his first poems. In the summer of 1989 Seiler worked as a seasonal employee on the island of Hiddensee, a popular former East German holiday resort located west of the island of Rügen off the north-eastern coast of Germany, an experience that later formed the basis of his first novel published in 2014, Kruso. Seiler read German Studies at the universities of Halle (Saale) and Berlin up to 1990. His 2014 debut novel, Kruso, won numerous awards. Lutz Seiler is considered one of the most important German-speaking poets of today.