Sam aus dem Meer - Unter Menschen Band 3 der Sam-Reihe
Sohn des Meeres (Kurzgeschichte + LeseProbe)
Teil 1: Sam aus dem Meer
Teil 2: Sam aus dem Meer - Seelennöte
Teil 3: Sam aus dem Meer - Unter Menschen
Teil 4: Sam aus dem Meer - Der Weg nach Hause
Teil 5: Sam aus dem Meer - Die Insel der Sirenen
Teil 6: Sam aus dem Meer - Sehr verliebt
Der Sozialarbeiter George hat das Fischwesen Sam in seinen Haushalt aufgenommen. Sam kann durch Konzentration seinen Fischkörper in Beine umwandeln und atmet im Wasser durch Kiemen. Nachdem er dem Wissenschaftler Abernathy entkommen ist, der ihn an ein Forschungsinstitut ausliefern wollte, darf Sam nun bei einer Menschenfamilie leben. Er bemüht sich, den Menschen zu beweisen, dass er es wert ist, ein Teil der Familie zu sein. George, seine Frau Vivian und ihre gemeinsame Tochter Laine versuchen dem 14-jährigen Sirenenjungen ein lebenswertes Umfeld zu bieten. Aber das ist nicht so einfach. Sam wächst heran und bei allem guten Willen entwickeln sich seine natürlichen Instinkte und Fähigkeiten, die für Menschen gefährlich werden können.
George versucht mehr über Sams Verhalten und seine Herkunft herauszufinden, stößt aber immer wieder an seine Grenzen.
Als auch noch Georges Neffe Neill überraschend auftaucht, scheint der Ärger vorprogrammiert, denn Sam ist Neill ein Dorn im Auge. Eifersüchtig auf den Rückhalt, den Sam durch seine Familie erfährt, plant Neill, Sam in eine Falle zu locken, um ihn zu demütigen und vor George als unzuverlässig hinzustellen. Er ahnt nicht, mit welchem Wesen er es zu tun hat und gerät selbst in Lebensgefahr.
Sam aus dem Meer - eine Jugendromanserie.
Ironie des Schicksals, wenn ich ihn jetzt tatsächlich rette, dachte Neill.
„Sam!“ Er rüttelte den blonden Jungen an der Schulter. „Wir müssen auf der Stelle verschwinden! Die Flut kommt.“
Sam öffnete die Augen und die wirkten gar nicht abwesend. Wach, fast schon katzenhaft, unmenschlich. Sam stieß einen Laut aus, den Neill noch nie gehört hatte. Es erinnerte ihn entfernt an etwas, aber er konnte es nicht einordnen.
„Wir müssen weg, komm Sam, los!“ Er fasste Sam wieder am Arm. Sam riss sich los und fauchte scharf und tierisch.
„Scheiße“, flüsterte Neill. Da hatte er sich vielleicht was eingebrockt. Sam drehte durch und er stand hilflos daneben. Und da war noch etwas. Er fühlte Furcht. Eine unerklärliche Angst vor dem Jungen, der da vor ihm stand, den er hatte demütigen wollen. Nicht einmal ansatzweise hatte er geahnt, wie verrückt Sam war. Kein Wunder, dass er Haus- und Gartenarrest verordnet bekam. Sam warf ihm einen wilden Blick aus leuchtend grünen Augen zu und spannte alle Muskeln.
Jetzt stürzt er sich auf mich, dieser Wahnsinnige, dachte Neill.
Und Sam sprang. Er flog mit einem Hechtsprung ins Wasser und verschwand in weißem Meeresschaum. Wie betäubt starrte Neill ihm hinterher.
Der ist tot, dachte er. Der ist tot. Mehr konnte er nicht denken. Die Situation war zu surreal. Neill sah sich um. Tiefes Wasser umzingelte ihn. Die Flut war da.
Wie ein Rausch umschloss das Wasser seinen Körper. Die Wellen empfingen ihn wie ein lange vermisstes Kind und warfen ihn hin und her. Sam ließ sich treiben und sirrte, als die Flut ihn ins Meer hinaus zog. Sein Körper forderte die Rückverwandlung ein und er entledigte sich seiner Kleidung. Das Sternzeichen um seinen Hals behielt er an. Die Kraft des Meerwassers strömte in ihn. Er spürte fast keinen Schmerz, als seine Füße sich zu Flossen formten. Das ständige Training unter schlechten Bedingungen im Haus der Cunnings, wo er sich mindestens zweimal täglich der Umwandlung unterzog, zahlte sich nun aus ...