
Eugenie Marlitt: Die zweite Frau • In modernisierter Rechtschreibung, voll verlinkt, mit Kindle-Inhaltsverzeichnis • Mit einem kommentierenden Vorwort des Herausgebers (Mai/2015) Die junge Gräfin Juliane von Trachenberg wird vom Baron Raoul von Mainau in zweiter Ehe geheiratet, lediglich als Mittel der Rache gegenüber der Herzogin, die ihn einst verschmäht hat. Unwillkommen im neuen Schloss und wegen der roten Haarpracht verspottet, sehnt sich die junge Frau nach ihren Geschwistern und nach ihrer heimlichen Beschäftigung, Pflanzen zu sammeln und abzuzeichnen. Gegen den herrschsüchtigen alten Onkel Raouls und den aufdringlichen Hofprediger behauptet sie sich in der Rolle der kühlen, akkuraten Hausherrin. Einzig der lebhafte Sohn Leon aus Raouls erster Ehe scheint ihr liebevoll zugetan. Doch da entdeckt sie das Geheimnis des wildromantischen »Kashmirtales« im Schlosspark, und ihr Schicksal nimmt eine überraschende Wendung ... Marlitt – »die deutsche Jane Austen« – war die erste Bestsellerautorin der europäischen Literatur Über die Autorin Eugenie Marlitt, die eigentlich Friederieke Henriette Christiane Eugenie John hieß, wird am 5. Dezember 1825 in Arnstadt als Tochter des kunstsinnigen Besitzers einer Leihbibliothek und einer liebevollen Mutter aus besten Hause, geboren. Nach einer kurzen Gesangskarriere, die sie wegen eines Hörleidens aufgeben muss, verlegt sie sich auf Anraten des Lyrikers Friedrich Bodenstedt aufs Schreiben. Marlitts Romane erscheinen zunächst als Fortsetzungsgeschichten in der populären Zeitschrift ›Gartenlaube‹, später dann als Bücher. Man kann die Marlitt heute als erste Bestsellerautorin der europäischen Literatur bezeichnen. Ihre Werke fanden weltweite Verbreitung, wurden ins Englische, Französische, Russische, Italienische, Polnische und Spanische übersetzt, auch in Japan und China gedruckt, vielfach bearbeitet, dramatisiert und später schließlich auch für das Fernsehen verfilmt. Marlitts Texte sind doppelbödig: Oberflächlich populär und manchmal trivial – in der Basis aber rebellisch gegen das Etablierte, Spießige und Kleinbürgerliche, mit Geschichten, die immer wieder junge Frauen ins Zentrum rücken, sie bestärken, oder – wenn sie bereits starke Persönlichkeiten sind – ihnen erlauben, diese Stärken auszuleben. © Redaktion ModerneZeiten, 2015