
Der Wahrträumer spielt in einer nicht näher bestimmten Zukunft unserer Erde, in der die meisten wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften unserer Zeit verloren gegangen sind. Die Menschen leben auf einem zivilisatorischen Niveau, das in den Städten dem Hochmittelalter, auf dem Lande einer noch früheren Zeit entspricht. So unterschiedlich die Schauplätze, so verschieden sind auch die Protagonisten der parallel verlaufenden Handlungsebenen. Alessandra ist eine Walfängerin, die vom Schicksal an den Rand der Gesellschaft getrieben wird und lernen muss, dass es Wichtigeres gibt als Reichtum und Ansehen. Der junge Schamane Serun dagegen war in seiner Jugend vielleicht allzu bescheiden und sieht sich seiner neuen Aufgabe als Führer seines Volkes kaum gewachsen. Der Söldnerführer Joacino wiederum hält seine Abgebrühtheit für seine größte Stärke—und wird von der Treue seiner Truppen und seiner eigenen Opferbereitschaft überwältigt. Tragischste Figur des Romans ist Francisco, ein mächtiger Priester in der Kirche des Abwesenden Gottes. Als eine geheimnisvolle Krankheit seine schutzbefohlene Gemeinde heimsucht, erscheint ihm nicht nur sein Glaube, sondern auch die Wahl seiner Machtmittel in einem völlig neuen Licht.